Das Geschäftsjahr 2025 des Evangelischen Vereins Fellbach war geprägt von mehrfachen Herausforderungen, wie die gut besuchte Mitgliederversammlung am 18. September im Paul Gerhardt-Haus zeigte. Der Verein, der mit rund 240 Mitarbeitenden 17 Kindertageseinrichtungen mit 800 Kindergartenplätzen betreibt und mit seiner Diakoniestation 189 pflegebedürftige Menschen in Fellbach ambulant betreut, bewegte sich im Spannungsfeld zwischen Spenden- und Mitgliederrückgang und daraus resultierenden geringeren Einnahmen einerseits sowie hohen Aufwendungen für Digitalisierung, Personalrückstellungen, Sachkostensteigerungen und Tariferhöhungen andererseits. Erschwerend hinzu kam die angespannte Haushaltslage der Stadt Fellbach, für die der Erste Bürgermeister Johannes Berner in seinem Grußwort betonte, dass der Evangelische Verein „zu den großen Konstanten in der Stadt“ gehöre.
Trotz aller Herausforderungen und Veränderungen blickt der Verein zuversichtlich und „zukunftsorientiert“ in die Zukunft, wie die Vorsitzende des Aufsichtsrates, Gudrun Bährle, den Mitgliedern berichtete. Der Verein sei „auf einem guten gemeinsamen neuen Weg“. Sie verwies auf die eingeleiteten Sparmaßnahmen, insbesondere im Bereich Personalkosten, die ihrerseits durch Pflegeversicherung und städtischen Zuschüssen nicht vollständig refinanziert sind. So kommt es zu Reduzierungen bei Aktivitäten anlässlich des Fellbacher Herbstes und des Angebots bei der Ausrichtung des Herbstcafés der Diakoniestation; zudem wurde die Unternehmenskommunikation outgesourct. Gudrun Bährle betonte, dass diese Entscheidungen dem Aufsichtsrat nicht leichtgefallen seien. Die komplett ehrenamtliche Arbeit des neunköpfigen Gremiums – sie verzichten seit jeher auf die Ehrenamtspauschale – gestaltete sich aufgrund der zu bewältigenden Aufgabenfülle als zeitintensiv und inhaltlich komplex. Die Vorsitzende dankte ihren Kolleginnen und Kollegen sowie allen Mitgliedern und Mitarbeitenden für ihr Engagement und verwies auf positive Highlights wie das Richtfest für den Emil-Bitzer-Kindergarten und das wiederholt gute Ergebnis der Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Diakoniestation. Einen besonderen Dank richtete Bährle an Verena Schneider, die als Referentin der erkrankten Vorständin Gaby Schröder „fast übermenschlichen Einsatz“ gezeigt habe. Abschließend zeigte sich Bährle überzeugt, dass der Evangelische Verein gut für die Zukunft aufgestellt sei und den Mitarbeitenden einen sicheren Arbeitsplatz biete.
Für den Vorstand berichtete Petra Eichmeier, Abteilungsleitung Verwaltung, über die facettenreichen Tätigkeiten des Vereins im vergangenen Jahr. So konnte der Verein den neuen Melanchthon-Kindergarten einweihen und das 25-jährige Jubiläum des Waldkindergartens feiern. Auch eine Schulung zum Diakonischen Profil, Veranstaltungen zum Tag der Kinderbetreuung und zum Tag der Pflege sowie ein Diakonie-Gottesdienst standen auf dem Programm. Eichmeier verwies darauf, dass die beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Menold Bezler aus Stuttgart die bisherige Umsetzung der Sparbeschlüsse unterstütze , aber auch weitere anmahne. Wirtschaftsprüfer Jan Schmeisky erteilte für die Bilanz 2025 den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Die Mitgliederversammlung entlastete sowohl den Aufsichtsrat als auch den Vorstand ohne Gegenstimme. Rosemarie Schuran, Abteilungsleiterin Personalwesen, berichtete von der fortschreitenden Digitalisierung im Verein. So konnte das Projekt Digitale Personalakte als erster von mehreren Schritten bei der Digitalisierung der Personalarbeit erfolgreich abgeschlossen werden.
Abgerundet wurde die Mitgliederversammlung von einem Rahmenprogramm mit musikalischen Darbietungen, einer Andacht und dem gemeinsamen Essen.