Evangelischer Verein Fellbach e.V.    I     I    I  

Wir machen mit – bei der Aktionswoche: „Dieses Pflegebett bleibt leer!“ und „Dieses Auto fährt nicht mehr“

|   Diakoniestation

Was heute nur eine Aktion ist, könnte morgen Realität werden:
Wenn Pflegeangebote fehlen, fehlt Unterstützung zur richtigen Zeit. Die geplante Pflegereform muss Pflege verlässlich, erreichbar und bezahlbar machen – und praktikable Lösungen liefern.

"Ja zur Pflegereform, aber so, dass Pflege wirklich funktioniert." 

Wir schließen uns den Aktionen der Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg e.V. an und fordern eine Überarbeitung des dringend benötigten Pflegereform – aber nicht auf Kosten der Versorgung. Gute Pflege braucht verlässliche Strukturen, ausreichend Fachkräfte und Unterstützung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.

Worum geht es:
Die Pflegeversicherung steht finanziell vor großen Herausforderungen. Der GKV-Spitzenverband spricht von „Alarmstufe Rot in der Pflege“. Die Bundesregierung plant deshalb für 2027 ein Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) – eine Reform, die grundsätzlich notwendig ist.

Kritisch hierbei ist:
Viele der geplanten Regelungen bedeuten Kürzungen oder eine Verlagerung von Kosten und Verantwortung auf Pflegebedürftige, Angehörige, Pflegeeinrichtungen und Kommunen. Gleichzeitig drohen ambulanten Pflegediensten wichtige fachliche Aufgaben entzogen zu werden.

Für Menschen mit Pflegegrad 1 soll der bisherige Entlastungsbetrag entfallen. Damit würde die einzige direkte finanzielle Unterstützung für Alltagshilfen und haushaltsnahe Dienstleistungen wegfallen. Auch die Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI sollen abgeschafft werden – obwohl sie zur Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege beitragen.

Punkte des Gesetzesentwurfs die untragbar sind:

  • Die Tariftreue wird ausgesetzt
  • Die Pflegeberatung wird aus den Pflegediensten gelöst
  • Das Sozialraumbudget schließt professionelle Pflege aus
  • Die Kurzzeitpflege wird geschwächt
  • Eigenanteile bleiben länger hoch
  • Die Zugangsschwellen zu höheren Pflegegraden werden angehoben

Die Forderungen:

     ✔️Tarifsteigerungen vollständig refinanzieren
     ✔️ Pflegeberatung durch ambulante Dienste erhalten
     ✔️ Entlastungsangebote sichern
     ✔️ Kurzzeitpflege stärken
     ✔️ Eigenanteile wirksam begrenzen

Was einmal wegbricht, kommt nicht so einfach zurück:
Weniger Beratung vor Ort, geringere Unterstützung bei der Pflege zu Hause und weniger Tagespflegeangebote treffen Menschen, die auf verlässliche Pflege angewiesen sind – und belasten zugleich die Beschäftigten, die das Pflegesystem täglich tragen.

Deshalb setzen wir gemeinsam ein sichtbares Zeichen. Denn Pflege geht uns alle an!

 

A A A